Ich will, dass der Umweltschutz in alle Politikbereiche im Wetteraukreis integriert wird. Trotz einiger positiver Ansätze und Erfolge vor allem im technischen Umweltschutz werden Natur und Umwelt nach wie vor erheblich belastet. Energie- und Rohstoffverbrauch sowie das Artensterben gehen kaum zurück. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels. Sie machen sich schon jetzt bemerkbar. Notwendig ist dazu Unterstützung aus der Zivilgesellschaft: Ehrenamtliches Engagement für Umwelt- und Naturschutz soll durch den Kreis weiter gefördert werden.

Ich will, dass die Kreisbehörden mit den Naturschutzverbänden und -gremien offen kommunizieren und kooperieren. Ergänzend zu den von den Kommunen bzw. dem Regionalverband zu erstellenden Landschaftsplänen fordere ich einen Naturhaushaltsplan des Wetteraukreises. Dieses freiwillige Instrument im Umwelt- und Naturschutz soll Zuwächse und Verbräuche im Naturhaushalt einer Region dokumentieren. Ein solches Instrument würde z. B. die Folgen ungebremsten Flächenverbrauchs aufzeigen.

Die Kreisverwaltung soll sich aktiv an Pilotprojekten des Bundes und des Landes Hessen beteiligen. Das ist in der Vergangenheit mit Unterstützung Engagierter Bürgerinnen und Bürger schon gelungen.

Die nach dem Bau- und Naturschutzrecht vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft werden oft nicht konsequent umgesetzt. Die Art und Weise der Ausführung und der Abschluss der Ausgleichsmaßnahmen werden zu wenig kontrolliert und kaum dokumentiert. Ich will auf Kreisebene eine konsequente Kontrolle der fachgerechten Ausführung, eine fortlaufende Dokumentation und deren jährliche Veröffentlichung im Naturhaushaltsplan einführen.

Die Wetterauer Obstwiesen zählen zu den größten in Hessen, beherbergen bis zu 3.000 Tier- und Pflanzenarten, sind aber durch mangelnde Nutzung und Pflege bedroht. In einer „Streuobstoffensive“ soll sich der Kreis in regionalen und nationalen Gremien stärker engagieren. Zusammen mit Institutionen der Umweltbildung können neue Zielgruppen, z. B. junge Familien und „Menschen im besten Alter“, gewonnen werden, die bei Nutzung und Pflege der wertvollen Landschaftsbestandteile mitmachen. Hierzu werden wir kreisübergreifende Bündnisse und Aktionstage organisieren sowie Vermarktungsideen aufgreifen und unterstützen.

Die Bienen und viele weitere Insektenarten sind zunehmend gefährdet. Ich will Bienenschutzgebiete einrichten. In ihnen sollen Fördermittel in Verbindung mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit gebündelt, Gemeinden und Landwirte intensiver beraten werden.

In der intensiv bewirtschafteten und von Verkehrswegen zerschnittenen Wetterau will in den Biotopverbund verbessern. Dazu gehört die Pflege der Obstwiesen, der Schutz der Feldraine und die Neuanlage von Feldhecken. Es soll aber auch der Bau von Grünbrücken in Zusammenarbeit mit den Verbänden und zuständigen Behörden geprüft werden. Die Biotopvernetzung vom Osten in den Westen des Kreises soll vorangetrieben und dafür die vorhandenen naturschutzfachlichen Daten der Landesbehörden besser genutzt werden.

Im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes fordere ich eine wesentlich kritischere Haltung zu den brutalen Natureingriffen durch Umgehungsstraßen, Wohn- und Gewerbegebiete, mit denen bei uns in den letzten Jahren einige der wertvollsten Ackerböden Deutschlands zerstört wurden. Hier ist dringend ein Umdenken notwendig. Dafür setze ich mich auf der Kreisebene sowie in den übergeordneten Gremien der Planungsverbände und des Landes Hessen ein.

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