Der Flächenverbrauch in Hessen soll deutlich stärker als bisher eingedämmt und landwirtschaftliche Böden besonders geschützt werden. Dabei ist es mir übrigens egal wie "wertvoll" diese Böden sind. Diese Haltung sähe ich mit meiner GRÜNEN Fraktion gerne auch beim Wetterauer Kreisausschuss. Wir werden dazu einen Antrag in den kommenden Kreistag einbringen.

Ich will die soziale Infrastruktur im ganzen Wetteraukreis erhalten, da wo es mangelt auch neu aufbauen. Ich bin überzeugt, davon, dass präventive Maßnahmen gefördert werden müssen, um spätere teurere stationäre Maßnahmen so weit wie möglich zu vermeiden. Das Sozialbudget des Wetteraukreises muss deutlich erhöht werden, und über dessen Verteilung soll gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Liga der freien Wohlfahrtsverbände entschieden werden. Das derzeitige Verfahren, ausschließlich die Gelder des Landes, die als kommunalisierte Zuschüsse an den Kreis fließen, als Budget zu verwenden, ist nicht ausreichend.

Die Menschen in der Wetterau und gerade die, die aus der Großstadt zu uns kommen, brauchen ein hochwertiges kulturelles Angebot. Da fehlt es der Wetterau an Vielfalt. Es ist ein Skandal, dass eine Spielstätte wie der Brettl-Palast in Ortenberg aufgeben musste. Im Westkreis gibt es immerhin große Spielstätten z.B. in Bad Nauheim und Bad Vilbel. Das ist aber nicht für alle Angebote die richtige Umgebung. Eine Neugründung wie das „Alte Hallenbad“ mit dem „Kulturtaucher“-Programm in Friedberg - eine großartige bürgerschaftliche Leistung – zeigt wie es auch woanders gehen könnte.

Der Klimaschutzbericht des Wetteraukreises für 2016 verzeichnet einige positive Entwicklungen seit 1990. Da ist jedoch noch deutlich Luft nach oben: In Sachen Klimaschutz können und müssen wir mehr tun. Der Kreis bekommt aktuell knapp 30 Millionen Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes, und die Haushaltsentwicklung weist deutliche Überschüsse aus. Sie sollten genutzt werden, um entschieden in die Senkung des Energieverbrauchs zu investieren. Wir müssen die Klimaschutz-Anstrengungen insgesamt verstärken. Der Klimaschutzbericht listet „große schlechte Liegenschaften" mit einem hohen Gesamt- und einem überdurchschnittlichen Quadratmeterverbrauch aus. Hier sollten wir ansetzen. Aber auch jenseits des KIP sollte angesichts der besseren Haushaltslage ein Schwerpunkt auf Klimaschutzinvestitionen liegen.

Ich will, dass der Umweltschutz in alle Politikbereiche im Wetteraukreis integriert wird. Trotz einiger positiver Ansätze und Erfolge vor allem im technischen Umweltschutz werden Natur und Umwelt nach wie vor erheblich belastet. Energie- und Rohstoffverbrauch sowie das Artensterben gehen kaum zurück. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels. Sie machen sich schon jetzt bemerkbar. Notwendig ist dazu Unterstützung aus der Zivilgesellschaft: Ehrenamtliches Engagement für Umwelt- und Naturschutz soll durch den Kreis weiter gefördert werden.

Ich will, dass die Kreisbehörden mit den Naturschutzverbänden und -gremien offen kommunizieren und kooperieren. Ergänzend zu den von den Kommunen bzw. dem Regionalverband zu erstellenden Landschaftsplänen fordere ich einen Naturhaushaltsplan des Wetteraukreises. Dieses freiwillige Instrument im Umwelt- und Naturschutz soll Zuwächse und Verbräuche im Naturhaushalt einer Region dokumentieren. Ein solches Instrument würde z. B. die Folgen ungebremsten Flächenverbrauchs aufzeigen.

Eine Wirtschaftspolitik für den Wetteraukreis soll sich an den eigenen Potenzialen orientieren und in kleineren Kreisläufen denken. Das macht uns unabhängiger von Großinvestoren und nützt unseren Handwerksbetrieben. Der Sog in die Zentren ist überall stark und wir werden das alleine nicht stoppen, aber es ist m.E. falsch, dass auch noch zu fördern, nur um daran teilzuhaben. Einem kurzfristigen Profit an einer Stelle, in einem Kreis oder einer Gemeinde steht fast immer ein Verlust an anderer Stelle gegenüber. In der Produktion, vor allem bei Lebensmitteln ist bei uns kaum noch Wachstum möglich und auch nicht nötig. Wachstum findet heute eher im Dienstleistungssektor statt. In der Produktion ist es für die Wetterau aus meiner Sicht besonders erfolgversprechend, wenn kurze Wertschöpfungsketten entstehen und ein Produkt bis zur höchsten Veredelungsstufe in der Region bleibt.

Wie Hessen seit 2014 grüner und gerechter geworden ist.

Bilanz-Broschüre (pdf ca. 5 MB)

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