Der grüne Landtagskandidat Thomas Zebunke fordert ein Gesetz zur Zukunftssicherung im ländlichen Raum

Wenn Läden schließen, Bürgerämter zusammengelegt werden, die Sparkasse und die Ärzte aus der Gemeinde verschwinden, schwindet die Lebensqualität auf dem Land. Das führt zu Frust und dem Gefühl, abgehängt zu sein“, erklärt Thomas Zebunke, Kandidat der Grünen für die östliche Wetterau, anlässlich seines Besuchs in Nidda Ober-Schmitten am vergangenen Mittwoch. Ober-Schmitten ist im diesjährigen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für seine Grüngestaltung ausgezeichnet worden. Ortsvorsteher Andreas Prasse präsentierte ein Dorf in dem vieles funktioniert, was andere sich wünschen. Aus der alten Industriekultur wurde mit viel Engagement ein moderner Lebensraum mit guter schulischer und ärztlicher Grundversorgung und einem ländlichen Kulturangebot und es gibt eine Zuwanderung junger Familien.

Wir brauchen eine Renaissance des Gemeinwohlgedankens, besonders in den Dörfern und strukturschwachen Regionen. So schützen wir am besten unsere Landschaft, unsere Ernährungsgrundlage und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ober-Schmitten zeigt, dass eine eigenständige Entwicklung möglich ist und bietet Anregungen für andere Dörfer in Oberhessen“.

Die hessischen Grünen haben angekündigt, in der nächsten Legislaturperiode ein Gesetz zur Zukunft des ländlichen Raums in den Landtag einzubringen. Zebunke hierzu: „In Hessen liegen rund 80 Prozent der Landesfläche außerhalb der Großstädte, viel davon im ländlichen Raum. Rund drei Millionen Menschen leben hier, die Hälfte der Bevölkerung. Wir wollen erreichen, dass sie das auch weiterhin gern tun, dass Menschen dort wohnen bleiben oder dass sie dort hinziehen. Das ist auch eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts in unserem Land: Niemand soll sich abgehängt fühlen oder gar tatsächlich abgehängt sein. Deshalb müssen elementare Dienstleistungen für alle Bürgerinnen und Bürger mit vertretbarem Aufwand wohnortnah erreichbar sein.“

Die hessische Landesregierung hat im vergangenen Sommer mit der Initiative „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ schon erste Schritte zur Sicherung der Infrastruktur und der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum auf den Weg gebracht. Mit folgenden Maßnahmen wollen die Grünen in einem Gesetz für den ländlichen Raum diese Ansätze ausbauen und ein Mindestmaß an Gemeinwesen und öffentlicher Infrastruktur absichern:

  • Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung in den ländlichen Raum verlagern,
  • regionale Wirtschaftskreisläufe stärken,
  • Förderung der Umnutzung bestehenden Wohnraumes für moderne Wohnbedürfnisse und junge Familien,
  • mit mobilen Bürgerämtern staatliche Dienstleistungen zu den Menschen bringen,
  • Dorfläden mit einer Förderung unterstützen, insbesondere dann, wenn sie auch Dienstleistungen wie Finanzen, Post- oder Paketversand anbieten,
  • medizinische Versorgungszentren in den Kommunen schaffen und Stipendien für Medizinstudent*innen, wenn sie sich nach dem Examen auf dem Land niederlassen,
  • die Geburtshilfe und Betreuung durch Hebammen im Krankenhausplan als notwendige gesundheitliche Versorgung definieren,
  • den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch innovative lokale Mobilitätskonzepte und bürgerschaftliches Engagement wie Bürgerbusse ergänzen und potenzialstarke Schienenstrecken reaktivieren,
  • das Mobilfunknetz weiter verdichten und
  • die Breitbandnetze bis 2025 gigabit-fähig machen und bis 2030 Glasfaserleitungen bis in jedes Haus und jedes Unternehmen sicherstellen; ein Netz öffentlicher WLAN-Zugangspunkte im ganzen Land errichten.

Zebunke abschließend: „Ich halte es für ein vordringliches Ziel der Landespolitik, den Menschen in den ländlichen Räumen die gleichen Lebensbedingungen zu bieten wie in den Städten. Damit die Initiativen wirken, brauchen wir auch eine konsequente Landesplanung und ein Bodenschutzgesetz. Das Wachstum am Rande der Großstädte und die Verstädterung entlang der Verkehrswege darf nicht auch noch gefördert werden. Auch so kann man etwas gegen die Wohnungsnot in den Städten und den Flächenfraß in der Wetterau und in Oberhessen tun“.

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