Thomas Zebunke, Landtagskandidat der GRÜNEN im Erntegespräch mit Wetterauer Landwirten

Ernte ist in weiten Teilen des Wetteraukreises zur Hälfte eingebracht. Anlass für den Direktkandidaten der Grünen im Wahlkreis östliche Wetterau zu einem Austausch mit Landwirten

Der neue Mähdrescher steht seit zwei Tagen still auf der Domäne Marienborn bei Büdingen -Eckartshausen. Nach der langen Trockenheit hat es zu Beginn der Weizenernte geregnet, Luft und Getreide sind noch feucht. Landwirt Christoph Förster hofft, dass er am frühen Nachmittag wieder mit dem Dreschen beginnen kann. Deshalb hat es auch die Zeit zusammen mit seinem Kollegen Helmut Keller und dem Agraringenieur Thomas Zebunke über den Stand der Ernte und die Situation der Landwirtschaft im östlichen Wetteraukreis zu sprechen.

„So feucht wie die erste Jahreshälfte im vergangenen Jahr war, so trocken war sie in diesem. Es gibt auch in Hessen einzelne Regionen, die mit erheblichen Verlusten durch die Trockenheit zu kämpfen haben, insgesamt ist die Situation in der Wetterau für die meisten Betriebe noch verkraftbar“, berichtet Zebunke.

Christoph Förster ergänzt: „Ackerbaubetriebe mit einer weiteren Fruchtfolge, das sind meistens Biobetriebe wie sein eigener, können auf den guten Böden der Wetterau auch mit weniger Niederschlägen auskommen. Das trug dazu bei, dass die Wintergerste noch fast normale Erträge brachte. Bei Weizen, Tritikale und beim Raps haben wir bis zu zwei Wochen früher ernten müssen und da lassen die Erträge schon nach; statt der in weiten Teilen der Wetterau üblichen 9 Tonnen Ertrag pro Hektar beim Winterweizen, werden in diesem Jahr kaum noch 8 Tonnen erreicht. Bei Kartoffeln gibt es einen guten Knollenansatz, aber der Wassermangel führt zu kleineren Knollen als üblich und wahrscheinlich deutlichen Ertragsverlusten“.

Helmut Keller führt die Domäne Konradsdorf bei Ortenberg als Milchviehbetrieb. „Futterbaubetriebe haben es schon schwerer“, sagt er, „uns fehlt diese Jahr mindestens ein Schnitt, da kommen Betriebe mit einem hohen Viehbesatz schon in Bedrängnis und müssen zukaufen. Glücklicherweise macht der Mais sich noch ganz gut in diesem Jahr. Die Getreidequalität erreicht oft nicht mehr die Backfähigkeit und muss als Futtergetreide vermarktet werden“.

Thomas Zebunke stellt fest, dass der Klimawandel schon länger in der hessischen Landwirtschaft angekommen ist. Die Landwirtinnen und Landwirte haben keine andere Wahl, als damit umzugehen und ihre Anbaumethoden anzupassen.

Helmut Keller rät seinen Kollegen, die Futterfläche auszuweiten und den Viehbesatz niedrig zu halten und der Ackerbauer Christoph Förster beschäftigt sich mit anderen Sorten und nochmals erweiterten Fruchtfolgen.

„Die Methoden des ökologischen Landbaus“, so Zebunke sind oft hilfreich. Mehr mechanische Bodenbearbeitung zur Unkrautbekämpfung, tief wurzelnde Zwischenfrüchte und der höhere Humusanteiles im Oberboden hält mehr Wasser im Boden. Diese Erfahrung machen auch konventionelle Bäuerinnen und Bauern und tauschen sich mit Ihren ökologisch wirtschaftenden Kollegen aus.

Das bestätigen auch Öko-Informationsveranstaltungen, bei denen regelmäßig mehr als die Hälfte der Teilnehmer interessierte konventionelle Landwirtinnen und Landwirte sind,“ so Zebunke.

„Und voneinander zu lernen ist nicht erboten – das gilt in beide Richtungen“; ergänzt Förster.

Abschließend ziehen die Drei ein sehr positives Resümee zum Stand der Ökolandbau-Modellregion Wetterau. „Die Nachfrage nach Bioprodukten, die nachweislich aus der Region kommen

steigt weiter“, sagt Thomas Zebunke, „was fehlt sind Verarbeitungsbetriebe, die die Erzeugnisse mehrerer Landwirte bündeln und vermarkten. Die Gefahr ist sehr groß, dass wir weitere handwerkliche Bäckereien und Metzgereien verlieren und genug Biomilch für eine weitere Ökomolkerei in Hessen gibt es sowieso“.

Förster und Keller stimmen dem zu und würden es sehr bedauern, wenn der hiesigen Landwirtschaft diese Wertschöpfung verloren gehen würde.

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