Becker-Bösch setzt sich für Elektromobilität und Ökostrom ein – wir werden sie nach der Wahl beim Wort nehmen

Die Wetterauer GRÜNEN begrüßen, dass die Landratskandidatin der SPD, Stephanie Becker-Bösch, in Sachen Klimaschutz nun grüne Politik propagiert. „Die Erkenntnis kommt zwar spät und bedurfte erst eines Wahlkampfes, trotzdem freuen wir uns natürlich über den Rückenwind für unsere Anliegen“, sagt der Vorsitzende der GRÜNEN-Fraktion im Kreistag, Michael Rückl.

In einer ihrer letzten Pressemitteilungen hat sich Becker-Bösch für die Förderung der Elektromobilität in der Wetterau starkgemacht. Wörtlich heißt es: „Ich setze mich sehr dafür ein, dass die gesamte Wetterau sich dem Thema E-Mobilität noch intensiver stellt, um mit einer zukunftsfähig ausgerichteten Infrastruktur für die kommenden Generationen gut aufgestellt zu sein.“ Das ist gut, steht allerdings im Gegensatz zum Verhalten ihrer eigenen Partei und ihrer Regierungskoalition zu einem Kreistagsantrag der GRÜNEN im Oktober, bei dem es darum ging, die E-Mobilität in der Kreisverwaltung zu fördern. Im zuständigen Ausschuss referierte die Verwaltung zu den Erfahrungen und Perspektiven der E-Mobilität im Fuhrpark des Kreises. Tenor war, dass alle bisherigen Erfahrungen negativ seien und deshalb eine Ausweitung von E-Mobilität in der Kreisverwaltung nicht zu empfehlen sei. CDU und SPD schlossen sich dieser Einschätzung an.

Selbst ein geänderter Antrag im Kreistag, wonach Vertreter des Nachbarkreises Gießen über die dortigen positiven Erfahrungen mit E-Mobilität und Hybridfahrzeugen berichten sollten, wurde abgelehnt. Auch in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV), der Becker-Bösch ebenfalls angehört, war es nicht anders. Die CDU-SPD-Mehrheit stimmte auch hier gegen einen Antrag der GRÜNEN, wonach der OVAG-Konzern eine Studie zu den Auswirkungen der E-Mobilität auf die künftige Konzernpolitik beauftragen sollte.

„Aber wir sind nicht nachtragend, sondern wollen nach vorne blicken“, so Marcus Stadler, der für die GRÜNEN sowohl im Kreistag als auch in der ZOV- Verbandsversammlung sitzt. „Wir werden Stephanie Becker-Bösch beim Wort nehmen. Wir erwarten, dass der Fuhrpark des kreiseigenen Wetteraukreises, der derzeit nur zwei Elektrofahrzeuge umfasst, sukzessive auf klimafreundliche Antriebe umgestellt wird, nebst E-Dienstautos für Landräte und Dezernent/innen.“

Auch bei der Stromversorgung durch erneuerbare Energien ist die Kandidatin offenbar ins grüne Lager gewechselt. Unter der Überschrift „Ökostrom für die Kreisverwaltung“ meldete sie am 9. Februar, der Kreis sei komplett auf Ökostrom umgestiegen und schrieb dazu: „Wir sind uns über die Wichtigkeit der sinnvollen Nutzung unserer ökologischen Ressourcen bewusst. Mit dem kompletten Umstieg auf Öko-Strom nehmen wird die Verantwortung für unsere Umwelt an, auch und vor allem im Interesse unserer Kinder.“

Dazu Marcus Stadler: „Leider stimmt das mit dem Umstieg nicht, denn der sogenannte Ökostrom der Ovag ist in Wirklichkeit gar keiner.“ Es werden lediglich CO2-Ausgleichsmaßnahmen veranlasst. Das bestätigt auch die Antwort auf eine Anfrage der GRÜNEN-Fraktion im Kreistag. Dort heißt es explizit: „Daraus ergibt sich kein Einfluss auf die tatsächliche Stromzusammensetzung.“

Der aktuelle Vertrag des Wetteraukreises mit der Ovag läuft noch bis 2020. „Danach besteht die Chance, den Lieferanten zu wechseln und auf echten Ökostrom umzustellen“, so Stadler. „Wenn Frau Becker-Bösch, die sich die Verantwortung für unsere Umwelt nun so deutlich auf die Fahnen geschrieben hat, das Thema nicht vorantreibt, können Sie sicher sein, dass wir GRÜNEN es tun werden. Ob Becker-Bösch dann Landrätin ist oder weiterhin Dezernentin – an ihrer Unterstützung und der ihrer Partei werden die Wählerinnen und Wähler ihre Glaubwürdigkeit nach dieser öffentlichen Positionierung messen.“

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