GRÜNEN-Landratskandidat Thomas Zebunke zu Besuch auf dem Römerhof in Echzell

Der Römerhof an der alten Römerstraße von Wölfersheim nach Echzell befindet sich unmittelbar neben dem geplanten Rewe-Logistikzentrums auf Berstädter Gemarkung. Die Bewohner fürchten um ihre Lebensqualität, wenn ihnen eine 660 m lange und 25 - 35m hohe Halle vor die Nase gesetzt wird. Dazu ein 24-Stunden-Dauerbetrieb an allen Tagen der Woche auf einem nachts dauerhaft beleuchteten 30ha-Areal. Dieser Tage besuchte GRÜNEN-Landratskandidat Thomas Zebunke zusammen mit Echzeller und Wölfersheimer GRÜNEN die dort lebende Familie Weinsheimer-Körner.

Der Diplom-Agraringenieur führte aus, dass die Wetterau mit der Magdeburger und der Hildesheimer Börde zu den besten Agrarregionen Deutschlands gehört. Bis vor wenigen Jahren war sie in der Lage die 300.000 im Kreis lebenden Menschen selbst zu ernähren. Aber Siedlungs- und Gewerbedruck setzt dem historischen Ackerbaugebiet immer mehr zu. Zebunke: "Das Rewe-Logistikzentrum ist nicht nur ein Symbol dafür, wie wir inzwischen mit unseren besten Böden umgehen, es ist auch ein Symbol dafür, wie das Umland zu einem Lagerraum für den Ballungsraum und die wachsende Stadt Frankfurt vernutzt wird."

Zebunke ging auch auf die Bedeutung des Logistikzentrums im Kampf der Giganten um Anteile am Lebensmittelmarkt ein. "Edeka, Rewe, Aldi und Lidl haben einen Marktanteil von 80% in Deutschland. Der Lebensmittelmarkt ist gesättigt. Es geht nur noch darum, andere aus dem Markt zu drängen.

Kleinere Unternehmen wie das in Hessen wohlbekannte und geschätzte „tegut“ könnten unter diesem Druck zu den Verlierern gehören und das kann nicht in unserem Sinne sein. Das hoch automatisierte Logistikzentrum dient diesem Verteilungskampf und die anderen Großen werden nachziehen."

"Es stellt sich weiterhin die Frage, warum durch dieses Logistikzentrum beste Böden vernichtet werden müssen und es keinen anderen Standort geben soll. Immerhin hat das kürzlich zu Ende gegangene Beteiligungsverfahren gezeigt, dass es einen weiteren geeigneten Standort gibt“, stellt Michael Rückl von den Wölfersheimer GRÜNEN fest. "Warum geht Rewe nicht dahin? Wurde so groß geplant, um Alternativen auszuschließen? Die Folgen der geplanten Ansiedlung sind ruinös und schon jetzt zu beobachten. So kauft die Gemeinde Wölfersheim im Umfeld Tauschland an und treibt so die Bodenpreise in zuvor nicht gekannte Höhen. Ackerland wird knapp und teuer. Dank einer Rewe, deren Werbung zum Hohn auch noch das hohe Lied auf die regionale Landwirtschaft singt", so Rückl.

Derweilen schöpft die Familie Weinsheimer-Körner wieder Hoffnung. Sie wollen auf dem Hof bleiben und fühlen sich durch den stärker werdenden öffentlichen Protest und die Klage des Bündnisses aus Naturschutzverbänden, Bauernverband und Kirche gegen das Vorhaben ermutigt.

Auf den öffentlichen Druck setzt auch Thomas Zebunke: "Rewe und die Befürworter waren sich nicht im Klaren, was sie mit dem Logistikzentrum zerstören. Es kann der Unternehmenszentrale in Köln nicht egal sein, einerseits das Image des Partners der bäuerlichen Landwirtschaft und der Regionalität zu hegen und andererseits beste Böden zu zerstören und eben dieser Landwirtschaft ihre Existenzgrundlage zu rauben. Dieser Widerspruch müsse noch viel mehr ins öffentliche Bewusstsein. Schließlich gilt: Rewe braucht auch uns - als Kunden!"

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok