GRÜNEN-Landratskandidat Thomas Zebunke: „Der Wetteraukreis sollte so bald wie möglich auf 100% erneuerbare Energie umstellen."

Der Klimaschutzbericht des Wetteraukreises für 2016 verzeichnet einige positive Entwicklungen seit 1990. Thomas Zebunke, Landratskandidat der GRÜNEN, sieht jedoch noch deutlich Luft nach oben: "Ich glaube, dass wir in Sachen Klimaschutz mehr machen können – und müssen. Der Kreis bekommt aktuell knapp 30 Millionen Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes, und die Haushaltsentwicklung weist deutliche Überschüsse aus. Sie sollten genutzt werden, um entschieden in die Senkung des Energieverbrauchs zu investieren."

"Die Energieeinsparung im Wärmebereich von 36 Prozent in den Liegenschaften des Kreises liest sich auf den ersten Blick gut. Allerdings sind die Daten aus dem Referenzjahr 1990 geschätzt – verlässliche Zahlen liegen aus dieser Zeit nicht vor“, gibt Zebunke zu bedenken. „Zudem ist das ein Zeitraum von 26 Jahren, in denen die effizientere Nutzung von Energie, die technologische Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien und die Wärmedämmung enorme Fortschritte gemacht haben.“

Verschwiegen wurde bei der Vorstellung des Klimaschutzberichts durch den zuständigen Dezernenten, dass der Gesamtenergieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist – und zwar nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch pro Quadratmeter. „Das mag hauptsächlich durch eine veränderte Nutzung von Gebäuden zu erklären sein“, sagt Zebunke. „Aber wir sollten doch mit offenen Karten spielen und die Werte nicht schönreden.“

Der GRÜNEN-Kandidat plädiert dafür, die Klimaschutz-Anstrengungen insgesamt zu verstärken: „Die Gelder aus dem KIP sind ein idealer Anlass, mehr zu machen.“ Der Klimaschutzbericht listet „große schlechte Liegenschaften" mit einem hohen Gesamt- und einem überdurchschnittlichen Quadratmeterverbrauch aus. „Hier sollten wir ansetzen“, fordert Zebunke. „Aber auch jenseits des KIP sollte angesichts der besseren Haushaltslage ein Schwerpunkt auf Klimaschutzinvestitionen liegen."

Die Aussage im Klimaschutzbericht, dass der Kreis im Jahr 2016 Strom kostengünstiger an der Börse eingekauft habe als im Vorjahr, hinterfragt Zebunke: "Sollte es tatsächlich das oberste Ziel des Kreises sein, Strom möglichst billig einzukaufen? Ich denke nicht! Um die Klimaziele zu erreichen und auch, um mit gutem Beispiel voranzugehen, sollten wir ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien einkaufen. Gerade, weil der Stromverbrauch im Zuge der Digitalisierung steigt – auch an den Wetterauer Schulen. Auch wenn Grünstrom teurer sein sollte, sollten wir uns umgehend dafür entscheiden. Ein Gewinn für die Umwelt ist es allemal. Das sollte, auch weil es jetzt finanziell möglich ist, unser Ziel sein - und nicht die einseitige Orientierung am günstigsten Preis!"

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