„Das Stipendiatenprogramm für Studierende der Medizin im Vogelsbergkreis könnte auch ein Modell für den Wetteraukreis sein“

Ende 2016 hat der Vogelsbergkreis ein interessantes Programm ins Leben gerufen. Dessen Ziel: Bekämpfung des Landärztemangels. Dessen Mittel: Die Finanzierung von jährlich vier Stipendien für Studierende der Medizin, die sich im Gegenzug verpflichten, etwa acht Jahre nach ihrem Studium im Vogelsbergkreis zu bleiben.

„Ein sehr überlegenswertes Modell“, kommentiert der Landratskandidat der GRÜNEN, Thomas Zebunke, diese Idee. „Ich könnte mir vorstellen, dass auch im Wetteraukreis ein solches Modell von großem Nutzen sein könnte. Vor allem der Norden des östlichen Kreisgebiets weist eine ähnliche Struktur auf wie der Vogelsbergkreis. Aber auch in den anderen, auf den ersten Blick vermeintlich gut versorgten Regionen des Kreisgebiets könnten durchaus Engpässe bei Ärzten bzw. bzgl. deren Nachfolge bestehen. Allenthalben ist die Zukunft der hausärztlichen Versorgung politisches Dauerthema. Hier sind pfiffige Ideen gefragt. Der Vogelsberg hat eine. Vielleicht können wir hier von ihm lernen.“

Zebunke erläutert: „Im Vogelsberg wendet man sich vor allem an Studierende, die einen Bezug zum Landkreis haben. Um sicher zu gehen, dass ein Studium auch abgeschlossen wird, können Studierende erst ab dem 5. Semester in das Stipendiatenprogramm aufgenommen werden. Maximal werden 51 Monate gefördert. Monatlich gibt es 400 €, so dass pro Studierendem maximal 20.400 € zusammen kommen. Der Vogelsbergkreis hatte im Haushalt 2017 20.000 € dafür eingestellt. Allerdings erhöhen sich die jährlichen Gesamtkosten, da jedes Jahr aufs Neue vier Stipendien angeboten werden. Drei davon richten sich an angehende Allgemeinmediziner, eins an Mediziner im öffentlichen Dienst. Der Vogelsbergkreis hat sein Modell zunächst bis 2020 befristet.“

„Sollte auch im Wetteraukreis der Bedarf vorhanden sein und sich ein solches oder ähnliches Modell als sinnvoll erweisen, so sollte es am Geld sicher nicht scheitern. So schloss der Haushalt 2016 mit einem Überschuss von 28 Mio. € ab, und der scheidende Landrat Arnold hat Ende 2017 für die Jahre 2017 und 2018 einen Überschuss von 47 Mio. € angekündigt. Meiner Fraktion“, so Zebunke abschließend, „habe ich empfohlen, die Idee per Antrag auf die Agenda des Wetterauer Kreistags zu setzen.“

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