Am 5. Dezember ist der Welttag des Bodens. Dies nehmen die Grünen zum Anlass ihre Forderung nach Boden- und Flächenschutz zu wiederholen und zu einem Thema des Kommunalwahlkampfes zu machen. Wir wollen, dass der einmalige Verbrauch und damit die endgültige Zerstörung unserer wertvollen Ackerböden aufhören. Wir wollen mittelfristig bei netto-null Flächenverbrauch ankommen. Das bedeutet: Wenn überhaupt noch Boden überbaut wird, hat Flächenrecycling Vorrang, oder es muss an anderer Stelle renaturiert werden. Zugleich wird immer mehr von den landwirtschaftlichen Böden erwartet: Alle wollen ‚regionale‘ Lebensmittel, immer mehr davon biologisch, also auf eine Art erzeugt, die mehr Fläche benötigt als Intensivlandwirtschaft. In Sachen Bodenverbrauch ist dringend ein Umdenken notwendig. Das wollen wir im Kreis, in der Regionalversammlung und im Regionalverband Rhein-Main mit neuen Mehrheiten erreichen. Bundesweit wurden in den letzten Jahren 60-70 ha Boden pro Tag zerstört, das Nachhaltigkeitsziel von 30 ha am Tag liegt in weiter Ferne. Der hessische Landesentwicklungsplan fordert immerhin eine Reduktion auf 2,5 ha am Tag. Aber auch hier belastet die Konzentration des Verbrauches in Südhessen vor allem die Ackerbauregionen nördlich und östlich von Frankfurt – Eine Trendwende auch hier nicht in Sicht. In der Wetterau sind in den letzten 20 Jahren ca. 2.000 Hektar Böden für Hausbau, Gewerbegebiete und Umgehungsstrassen zerstört worden. Das sind pro Jahr 130 Fussballplätze. Dabei wird gerade angesichts der aktuellen Gesundheitskrise klar, wie existenziell wichtig die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung mit Lebensmitteln schnell werden kann. Boden ist unsere Lebensgrundlage: Landwirtschaftlich nutzbarer Boden sichert unsere Ernährung und filtert Schadstoffe aus Niederschlägen und es bildet sich Grundwasser, meist mit Trinkwasserqualität. Nach der Versiegelung geht das alles nicht mehr. Im Gegenteil: Der schonungslose Flächenverbrauch entzieht nicht nur unserer Landwirtschaft die Existenzgrundlage, er vernichtet auch Biodiversität, führt zu einer Verstärkung auch der lokalen Erwärmung und wird zur Bedrohung unserer Umwelt und unserer Lebensgrundlagen. In einer Zuwanderungsregion wie Frankfurt Rhein-Main ist in den letzten Jahren ein Defizit an Wohnraum entstanden, das vielen Menschen große Probleme bereitet. Die Bereitstellung vor allem von Wohnraum für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen hat hohe Priorität, aber die Art und Weise, wie vor allem im Umland gebaut wird, bringt wenig neuen Wohnraum, kostet aber viel Fläche. Es geht uns nicht darum gar nicht mehr zu bauen, sondern wir wollen anders bauen. Wir wollen die Aktivitäten in und um die Wetterau deutlicher als bisher auf die wirtschaftliche Entwicklung in den ländlichen Räumen und die Nutzung des dort reichlich vorhandenen Wohnraums und Gewerbeflächen konzentrieren. Eine breitere Verteilung der Wertschöpfung führt auch dazu, dass die Zuwanderung in die Städte und damit der Druck auf die Städte gemildert wird. Eine weitere Zunahme der Versiegelung von Bodenfläche in Hessen ist nicht hinnehmbar, auch und insbesondere nicht in Ballungsgebieten und der Metropolregion Rhein-Main. Hierzu werden wir zur Kommunalwahl einen Maßnahmenplan vorlegen, der den Flächenverbrauch in der Wetterau deutlich reduziert, ohne der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu schaden.

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