Denen, die professionell damit umgehen oder dort leben und bleiben wollen, ist das Bild oft zu stadtzentriert, zu romantisch. Es gibt eine Reihe von guten Ideen, spannenden Kongressen zum Thema, erfolgreichen Projekten, jungen und fitten älteren Rückkehrern, leider aber auch viele, die unsortiert darüber reden, weil es gerade ‚in‘ ist. Der Wetteraukreis ist eine spannende Umgebung dafür, denn er liegt genau auf der Grenze zwischen Verdichtungsraum, Großstädten und Land. Letztere Gebiete werden es wie überall schwerer haben, aber in Oberhessen bewegt sich was und das verdient mehr Beachtung. Der ländliche Raum galt immer als Ressourcenbeschaffer und Rückzugsraum und für viele Städterinnen und Städter ist das immer noch so. Nicht zuletzt in der Corona-Pandemie und Home-Office-Phase wurde das Ländliche zunehmend als Angebot für Entschleunigung und soziale Stabilität wiederentdeckt. Ob das viele Geld, was jetzt als Notprogramme und Konjunkturförderung auf uns zurollt auch dort ankommt und nicht nur in den Städten und Großkonzernen hängen bleibt, macht das Thema spannender als je zuvor. Wenn ich so in den ländlichen Räumen Gespräche führe, wird am häufigsten der Mangel an Digitalisierung und Mobilität kritisiert, dann folgt ärztliche Versorgung und viele Dinge des täglichen Bedarfes, die sog. Daseinsvorsorge, an der es zunehmend mangelt. Es wird aber nicht nur geklagt, es gibt auch selbstbewusste Entwicklungen und Rückkehrer*innen die, wenn sie akzeptiert und ihre Ideen gefördert werden, durchaus Impulse setzen können, die das ganze Umfeld motivieren. So gibt es in Mittelhessen gerade eine stark wachsende Nachfrage nach Co-Working-Spaces. Die Home-Office Phase war nur ein Übergang und ist auch nicht für jede*n was. Im ländlichen Raum brauchen wir jetzt mehr Dorf-Office! Und selbst auf der Kaiserstraße in Friedberg wäre das bessser als Leerstand. Die Urbanisierung und die Wanderbewegung in die Großstädte, die dort zu erheblichen Wohnungs- und Verkehrsproblemen führen, müssten zumindest in Teilen nicht sein, wenn die Menschen in Oberhessen, Nordhessen, Westthüringen und auch EU-Nachbarstaaten in ihrer Heimat vergleichbare Lebensbedingungen vorfinden würden, das bestätigen auch Umfragen immer wieder. In die derzeit halb leer stehenden Hochhäuser der City könnten Dienstleistungen aus den Frankfurter Stadtteilen umziehen und dort wiederum Wohnraum freigeben. Auch das senkt die Mieten. Der ländliche Raum hat auch für die unter Druck stehenden Großstädte Lösungen anzubieten und die werden von grüner Politik mehr gesehen und gefördert. Was in der Wetterau und in Friedberg möglich ist, wenn sich andere und grün geführte Mehrheiten ergeben, nach der Veröffentlichung der Programme hier bei mir und den Wetterauer und Friedberger Grünen auf Facebook und Instagram.

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