So begann meine Begründung unseres Antrages auf eine zweite Stelle für die Ökolandbau-Modellregion. Wie so viele andere Anträge von uns wurde auch dieser von der GroKo abgelehnt. Wieder einmal setzte die GroKo eine veraltete Verbands- und Parteiideologie durch. Die Kollegen von der CDU in Wiesbaden und von der SPD in Berlin sind da viel weiter. Aber erst mal zurück zur Begründung: Über die Vorzüge des Ökolandbaus ist alles gesagt. Er findet Anerkennung bei fast allen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen. Es ist inzwischen mehrfach bewiesen worden, dass Ökolandbau die nachhaltigste Produktionsform ist. Das heißt nicht, dass Ökolandbau alles besser kann, jeder bauer umstellen muss oder alle Verbraucher*innen nur noch Öko kaufen sollen aber insgesamt tut das Natur und Landschaft gut, wenn es von allem etwas mehr wird. Heute geht es uns vor allem darum, Chancen für unsere Landwirtschaft und unser Lebensmittelhandwerk zu sichern und beide haben es bekanntlich schwer genug. Kurzer Rückblick: Der Wetteraukreis wurde im Dezember 2015 zweite Öko-landbau-Vertragsregion in Hessen. Auslöser eine Bewer-bung und in deren Erstellungsphase große Motivation und Potenzial freigesetzt. Land Hessen hat die Zuwendung bis Ende 2020 verlängert. Inzwischen gibt es acht Modellregio-nen mit 13 Gebietskörperschaften und im Koalitionsvertrag für die neue Legislaturperiode wird von CDU und Grünen angekündigt, dass ganz Hessen Ökomodellregion werden soll. Wesentlich für den Erfolg ist die Kontinuität des Personals. Nur so ist die Sach- und Ortskenntnis, der Vertrauensauf-bau, Dauerhaftigkeit der Betreuung zu sichern. Logischer dritter Schritt der kommunalen Ebene muss nun sein: Läuft gut – tut gut - machen wir alleine weiter! Warum ist das Wirtschaftsförderung? 1. Die ökologische Erzeugung und Verarbeitung von Le-bensmitteln schafft mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum, hat höhere Margen und lässt auch mehr Wertschöpfung hier. 2. Es ist absehbar, dass die Nachfrage nach Ökoprodukten weiter wächst. Um diese Wertschöpfung für unsere Land-wirtschaft zu nutzen ist es wichtig, dass die Produkte aus der klar abgegrenzten Region befriedigt werden kann. 3. Es ist auch offensichtlich, dass die Zahl der an der Um-stellung interessierten Betriebe wächst. Die brauchen mehr Informationen, Beratung und Unterstützung bei der Vermarktung. Dazu ist eine einzelne Stelle in einem so großen Landkreis, mit seinem starken Ernährungshandwerk und Ambitionen im ländlichen Tourismus nicht ausreichend. Deshalb sehen wir unseren Antrag als gute Investition in nachhaltige Wirtschaftsförderung. Durch diese Leistung des Kreises wird auch niemand benachteiligt, im Gegenteil, es ist ja schon jetzt so, dass auch konventionell wirtschaftende Betriebe von den Beratungsdienstleistungen des Landes und der Kreisverwaltung profitieren und für die Umstellungsbereiten wird der schwierige Prozess zusätzlich abgesichert. Auch das ist Aufgabe der Kreispolitik und es wäre fahrlässig, diese Projekte und damit ökologische Lebensmittelwirtschaft NICHT zu unterstützen. Das hätte zur Folge, dass die Nachfrage an den Import geht und die Wertschöpfung nicht bei unserer Landwirtschaft und unserem Handwerk landet und das ist mit Sicherheit die falsche Ideologie. In der Gegenrede hieß es: Sogar führende Ökobetriebe warnen vor dem weiteren Anheizen der Umstellungswelle, wie es das Land Hesse betreibt, denn diese Angebotsflut ist so schnell nicht am Markt unter zu bringen und drückt die Preise. Ich kenne diese Analyse und sie muss beachtet werden, aber erstens ist in de Wetterau noch keine Umstellungswelle festzustellen, eher ein Nachfrageüberhang und zweitens soll die Beratungstelle genau dazu dienen die Verbindung zwischen beidem herzustellen. Außerdem wurde mir entgegen gehalten, es gäbe genug gute Leute in der Kreis- und Landesverwaltung, um für Beratung zu sorgen. Auch dem widerspreche ich nicht, aber die Ökomodellregionen wurden geschaffen, weil es das von mir beschriebene Defizit in der Beratung quantitativ wie qualitativ gibt. Über den Ansatz, Förderung für das Lebensmittelhandwerk zu betreiben wurde nichts gesagt. Dafür habe ich aber schon den nächsten Antrag in Vorbereitung.

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